Die Crew auf fremden Planken. Zu Gast an Bord der "Shelter".

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Festgehalten

08.10.2014

Und da sind wir immer noch.
Klintholm hält uns mit windigen Krallen.

Das Wetter hat sich leider nicht an die Abmachung gehalten. Der Wind bläst nach wie vor mit gut 6-7 Bft. Er hat zwar, wie vorausgesagt, gedreht, steht aber nun so, dass er die Wellen in das Hafenbecken treibt. Das Boot liegt mit Krängung am Kai und wurde die ganze Nacht arg durchgeschüttelt. Wir sehen alle dementsprechend aus.

Dank Ira, die heute morgen dringend einen Landgang brauchte, kann ich hier aktuelle Fotos präsentieren.
Wären wir nicht auf Segeltour, könnte man fast behaupten, die Wetterstimmung auf der Insel wäre schön. Der Himmel hat aufgeklart, hinter der Kaimauer toben die Wellen und tragen weiße Schaumkronen.


Ein Fischer, der wohl raus musste, hatte mehr als genug zu tun. Das gut motorisierte Schiff stampfte in die Wellen und kam kaum vorwärts.


Also bleibt uns nichts weiter übrig, als unsere schlechte Laune zu pflegen und weiterhin auf den Monitor zu starren, der uns die aktuelle Windrichtung und -stärke anzeigt. Vielleicht können vier Augenpaare den Wind hypnotisieren ...
Natürlich hoffen wir, dass der Wind noch heute Vormittag nachlässt. Dann kommen wir wenigstens noch bis Skanör (Schweden).

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Nachtrag:
es ist mittlerweile 15:30 Uhr und wir haben uns tatsächlich bewegt.
...
...
von einer Seite des Hafenbeckens zur anderen


So haben wir den Wind nicht mehr seitlich und liegen allgemein etwas ruhiger, da uns die einlaufenden Wellen nicht mehr direkt treffen.
Nach gemeinsamer Beratung kam Skipper Kenneth punkt 12 Uhr zu dem Schluß, das jetzt zwar so langsam die Windverhältnisse passen, es aber allgemein zu spät wird. Wir hätten frühestens 13 Uhr abgelegt; der nächste Hafen (Skanör) ist bei guten Windbedingungen 7 Stunden entfernt. Damit kämen wir nicht nur in den heute Abend aufkommenden starken Wind, sondern müssten dabei auch noch im Dunkeln anlegen. Also ein Machtwort: ablegen gestrichen.
Neuer Schlachtplan: wir bleiben noch eine weitere Nacht hier (Nr. 4!), schlafen nochmal richtig aus und starten am morgigen Tag. Am Vormittag ist es mit Windstärke 5-6 Bft zwar noch ziemlich ruppig, aber die Welle soll nicht mehr so hoch sein. Im Laufe des Tages soll es noch wesentlich ruhiger werden und das Segeln damit entspannter. Auf dem Weg liegen drei mögliche Ziele: Skanör, Kopenhagen und Helsingör. Je nach Wind- und Crewbefinden segeln wir morgen eine Strecke von 30 sm bis maximal 75 sm.
Diese Entscheidung nutzten wir für einen letzten erholsamen Spaziergang auf der Insel: während es Ira und Kenneth eher kurz hielten, stapften Harry und ich den ganzen Strand runter. Da das Wasser derzeit sehr niedrig steht, kamen wir an einem Abschnitt weiter, als in den Zeiten zuvor. Zum Abschluss noch ein par Fotos unserer Tour. Drückt uns bitte die Daumen, dass es morgen endlich weitergeht ...



Blick zurück auf den Hafen



Wenn man genau hinsieht, kann man mich an der Landspitze auf den Steinen sitzen sehen :-)





2 Kommentare:

  1. *Daumen drück*
    Und und und?
    Trotz des unsegelbaren Wetters: Die Fotos sehen nach herrlichem Strandurlaub aus o.O

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  2. :-) als Strandurlaub gesehen waren die Tage auch nicht schlecht :-)
    An diesen Stränden könnte ich mich endlos rumtreiben. Die Nase im Wind, die Hände in den Taschen vergraben und mit den Augen nicht wissen, wohin zuerst. Oder stundenlang auf den Steinen sitzen und aufs Meer schauen, mit den Gedanken weit weg bei den schönsten Dingen des Lebens :-* Darin bin ich Weltmeister :-)

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