16./17.10.21014 / Göteborg - Varberg
Viel schwerer kann uns das Schicksal gepaart mit dem Wetter den Rückweg nicht machen.
Erfolgreich hat der schwedische Bootselektriker unsere Bordelektrik auf brauchbaren Zustand gebracht. Nebenbei gab es noch hilfreiche Tipps zum Schaltungsaufbau, den die Eigner noch gar nicht kannten. Nebenbei erfuhren wir, dass er selbst eigentlich Franzose ist, der wegen einer (bestimmt sehr hübschen) Schwedin vor rund 20 Jahren nach Schweden gegangen ist. Wie weit doch die Gefühle den Menschen durch die Lande treiben können ... es ist immer wieder erstaunlich.
Skipper Kenneth bereitete uns schon am Morgen darauf vor, dass wir - sobald die Technik wieder läuft - sofort ablegen werden. Geplant war (zum dritten Mal) das Anlegen in Getterön/Valberg.
Die Fahrt war sehr ... ähm ... sportlich. Bei Windstärken zwischen 5 Bft - 7 Bft und 2-3 m Welle war von allen großer Körpereinsatz gefragt. Um flexibel auf den Wind reagieren zu können, hatten ein zweites, kleineres Vorsegel am Kutterstag gesetzt.
(Das Kutterstag ist hier ein flexibles Vorstag, das man vom Masttop auf das Vorschiff spannen kann, um die Genua auf der Rollanlage gegen ein anderes Vorsegel zu ersetzen. Eine Genua ist ein eher größeres Vorsegel für normal bis schwachen Wind. Eine Fock ist die kleinere Variante bis hin zum Sturmsegel.)
Da wir trotzdem das Vorsegel auf der Rollanlage nutzten, mussten wir bei jeder Wende das Segel komplett einrollen, wenden, und dann das Segel wieder ausrollen. Dieses Segel hat eine Fläche von 37m² unsd ziert sich doch heftig, sich einrollen zu lassen. Wir schaffen das bei diesen Windstärken nur mithilfe von Winschen ... und haben uns alle auf dieser Fahrt einen fetten Muskelkater "angekurbelt".
| Wenn man vergisst, die Fernbedienung zu laden, muss man sich bei starker Krängung zur Gopro vorkämpfen |
| Sich in die Lifeline "einpicken" ist bei diesem Wetter lebenswichtig. |
| Das ist Harry's Spaßwetter |
| Navigationsberatung von Skipper und Co-Skipper vor dem Plotter |
| Nein, sie streiten sich nicht um das Steuern. Ihr seht einen Wechsel des Rudergängers. Auch hier: eingepickt! |
| Selbst dem Kaffeebecher war nicht mehr ganz wohl :-) |
| Die Wetterfront, der wir erfolgreich aus dem Weg gingen |
Abends legten wir, mangels notwendiger Wassertiefe im Yachthafen, im Industriehafen von Valberg an. Schnell ein paar Nudeln gekocht, gegessen, den nächsten Tag besprochen und schnell in die Koje. Die Nacht wird kurz.
18.10.2014 / Varberg - Grenaa
Um 5 Uhr scheuchte uns der Handywecker aus der Koje. Punkt 6 Uhr wollten wir ablegen, denn uns erwartet ein längerer Törn. Es war stockfinstere Nacht und sehr kalt.
Kurz nach 6 Uhr fuhren wir vorsichtig unter Motor aus dem dunklen Hafen und wechselten - sicher vor Untiefen - weit draußen erst auf die Segel.
Die Fahrt war ähnlich sportlich wie am Vortag. Etwas weniger Wind, etwas flachere Welle. Heute schafften wir es sogar alle, zwischendurch schlafen zu gehen. Skipper Kenneth nur im Cockpit, alle anderen abwechselnd im Salon auf der "Hundskoje". Da wir keine Wenden fuhren, lag man dort sicher (ohne runterzufallen).
Bei aufkommendem Starkwind legten wir nach gut 10 Stunden Fahrt und 70 sm Strecke etwas wacklig im Hafen von Grenaa an. Letzten Endes und mit Hilfe vom Steg aus nagelte Kenneth die Shelter an den Steg. Aufräumen, duschen, essen! Ein im Hafen gelegener Italiener verwöhnte uns mit leckerer Pizza und einem frischen Tuborg Classic. Hundemüde ging es anschließend zurück zum Boot und ab in die Koje. Am Montag ist ausschlafen angesagt; es geht erst gegen Mittag weiter.
(Fotos gibt es leider keine. Die paar vom frühen Morgen sind leider zu verwackelt oder unscharf.)
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