Die Crew auf fremden Planken. Zu Gast an Bord der "Shelter".

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Wir wollen aus dem Bälleparadies abgeholt werden!

14./15.10.2014 / Göteborg -  Marstrand

... und wieder frei segeln. Was für ein Tag ...

Kalt. Der Morgen war noch leicht diesig und - kalt. 6°C sind keine Temperatur, nur ein Zustand von brrr.
Der Skipper beschloss das einzig Richtige: ein ruhiger Morgen mit einem langen Frühstück; warten auf Sonne und damit etwas mehr Temperatur. Gesagt, getan.
Als das Boot klar war, legten wir ab und fuhren auf Kenneth´s Vorschlag hin erst einmal rein nach Göteborg.
Ich entschuldige den Ausdruck, aber es war geil.
Vorbei an großen Containerschiffen, Tankern und Fähren an ihren Liege- und Entladeplätzen hinein in das Stadtgebiet von Göteborg. Uns erschlug eine wunderbare Mischung aus Großhafengewusel, Stadtpark, kleineren Yachthäfen und Wohnanlagen.
Auf dem Wasser wurde der Verkehr dichter und die Pötte gefühlt immer größer. Vor allem, weil sie uns immer dichter kamen. Aber, keine Sorge - alles ging gut.
Hier ein paar Bilder dieser imposanten Stadt(-teil-)besichtigung zu Wasser:






Anlegen eines 400 m langen Containerschiffs. 
Ein schiebender Schlepper :-)


Imposantes Hafenkino: zwei Schlepper bugsierten ein 400 m langes Containerschiff durch Schleppen und Schieben an seinen Liegeplatz am Containerhafen. 




Bis auf die Anleger der großen Fähren von StenaLine im Cityhafen wandelte sich das Ufer mehr und mehr vom Hafen zum Stadtgebiet.


 Zwischen den Wohngebieten taten sich immer wieder die steinigen Berge der Schären hervor.






Ein Blick nach achtern machte uns klar: jetzt wird´s eng. Von hinten näherte sich eine StenaLine-Fähre; neben uns lag aber bereits eine am Anleger. Das eigentlich breite Fahrwasser kam uns jetzt wesentlich schmaler vor.


Kenneth zeigt den verbleibenden Freiraum zwischen uns und den beiden Fähren an :-)





So aus der Nähe betrachtet, sind diese Fähren ordentliche Kavenzmänner.

Schmunzelnd fragten wir uns, wer gerade wen mehr bestaunt: wir die Fähre oder die Fährpassagiere uns.
Auf alle Fälle sind wir jetzt auf so einigen Urlaubsfotos- und -filmen verewigt. Wir haben auch ganz artig zurück gewunken.







So imposant das ganze Schauspiel auch war; wir waren froh, als das dicke Ding vorbei war und wir nur noch in sein Heck sahen.








Nachdem uns die Fähre passiert hatte, kehrten wir um und machten uns auf den Rückweg zu den Schären.
Wir wollten noch weiter in den Norden, nach Marstrand. Da der Wind nicht all zu stark war, bot sich der schönere Weg durch die Innenschären an.





Aber erstmal einen schönen heißen Kakao für die ganze Crew.



Es gab einen klaren Plan, welcher der vielen Wege uns durch die Schären nach Marstrand bringen sollte. Alles war bedacht, Windrichtung und- stärke, Wegstrecke, Sonnenuntergangszeiten und, und, und.





Erstmal den richtigen Abzweig im Schärengarten finden. Oberste Regel: folge nie einem Schweden. Der kennt zwar die besten Abkürzungen, aber du nicht den Tiefgang seines Bootes. Man sitzt dann schneller auf Grund als gedacht.




Als wir vom Hauptarm abbogen, lag auf einmal ein - für unser Auge flächendeckendes - Feld von bunten Bällen im Wasser. Mitten im Fahrwasser; links und rechts steiniges Ufer. Ob dies nun Netze oder einzeln stehende Reusen darstellte, wollten wir nicht unbedingt mit einer Durchfahrt testen.
Nach schneller Wende fuhren wir den selben Weg zurück. Erstmal Segel runter und durchatmen. Auf freier Fläche und unter Motor wurden die Karten neu studiert und ein anderer Weg geplant. Dieser führte etwas weiter östlich durch das Schärengebiet und traf sich später mit unserer ursprünglich geplanten Route. Aber auch hier gab es immer wieder die Markierungsbälle.
Hier ein Bild mit der Sicht des Rudergängers ...

Seht ihr die kleinen bunten Bälle im Wasser?
... und so sieht man sie, wenn man vorne am Bug auf Ausguck hält:





Da wirken zwei kreuzende Fähren auf einmal völlig harmlos.





Noch einmal "abbiegen", dann tat sich eine wunderschöne Gegend vor uns auf, Wir waren völlig begeistert.






Es wechselte zwischen bewohnten und unbewohnten Schären.











Bei manchem Hafen blieb lange die Frage: wo ist dafür die Einfahrt? Wie auf wundersame Weise zeigten sich während der Vorbeifahrt auf einmal Lücken zwischen den großen Steinen, durch die man bequem fahren konnte.




Das heutige Bälleparadies nahm kein Ende. Immer, wenn wir dachten, wir sind raus, kam das nächste Feld an Bällen. Das diese gerne bis weit  in das Fahrwasser ragten, schien - ausser uns - niemanden zu interessieren. Mag sein, dass wir hindurch fahren konnten. aber wen sollten wir fragen?

Ausprobieren fiel aus!




Freude bei der gesamten Crew.
Unser Ziel Marstrand lag direkt vor uns.


Wir hatten keine Netze in der Schraube und auch keinerlei Reusen mit dem Ruderblatt aufgeholt.






 

Der VIP-Liegeplatz. Blick auf die Burg und Platz ohne Ende




Erstmal einen Anlege-Cherry. Ich bin etwas angeschlagen und zog eine Tasse heiße Brühe vor. 


  








Nachdem alle aufgewärmt und umgezogen waren, gingen wir in den Ort, um uns in einem Restaurant so richtig lecker die Bäuche vollzuschlagen.



Der leere Hafen hätte es uns schon zeigen sollen: die Saison ist vorbei. Alle Restaurant haben maximal noch am Freitag und Samstag geöffnet. Unverrichteter Dinge machten wir uns auf den Rückweg, um uns auf dem Boot was Leckeres zu kochen. Noch geben die Vorräte genug her.




Nach dem Essen fielen wir in die Kojen. Für den Mittwoch beschlossen wir einen Hafentag. Zum Erholen, Aufräumen, Auskurieren und Kraft tanken.

Ab Donnerstag machen wir uns auf den Heimweg. Eine Tiefdruckkette mit teils stürmischen Winden ist auf dem Weg. Bevor sich dieses Wetter so richtig austobt, wollen wir bereits etwas südlicher sein.
Frühestens Freitag werde ich mich hier wieder melden.



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