Früh raus, früh weg. Heute wollten wir richtig Strecke machen. Auf dem Plan standen rund 70 sm bis Gettrön.
Nach dem Aufstehen gab es einen schnellen Kaffee, noch einen kurzen "Landgang", Boot klar zum Ablegen und weg.
Der Beginn der Strecke führte parallel zum Fahrwasser im Sund, eine ganze Weile geradeaus. Die beste Gelegenheit für ein schönes Frühstück im Cockpit, immer ein Auge im Scan-Modus auf den Kurs und die Groß- und Sportschifffahrt. Einfach herrlich:
Im Dunst verschwanden Helsingoer und Helsingborg, große Schiffe kamen aus Nord und Süd wie auf Ketten gereiht.
Am Ende des Fahrwassers und des Frühstücks setzten wir den Gennaker und nahmen nach und nach Geschwindigkeit auf. Waren es am Beginn gut 2 ktn, wurden es nach und nach 6 ktn.
Dann, plötzlich, das herbeigesehnte leise Fauchen einer Fontäne aus Luft und Wasser. Schweinswale - rings um das Boot. Bis auf mich (da ich am Ruder stand) nahmen alle sofort die beste Foto- und Filmposition ein. Harry und Ira kämpften für beste Aufnahmen; Kenneth - mit einem Auge auf meine Steuerkünste - genoss das Spiel der Wale mit unserem Boot. Ein Spiel, dass wir bisher nur als kurzes Vergnügen kannten. Heute blieben die drolligen Kerlchen eine ganze Stunde bei uns und kehrten später sogar noch einmal wieder.
Da die Durchschnittsgeschwindigkeit nicht ausreichte und teilweise sehr dichter Nebel aufkam, suchte Kenneth uns Häfen in der Nähe aus. Er verkürzte die Tagesstrecke auf ca. 40 sm, damit wir in den eher kleinen schwedischen Häfen noch bei gutem Licht einlaufen können.
Zwischendurch bekamen wir die nächsten Besucher: Pupsi und Iro. Pupsi erhielt seinen Namen aufgrund seiner Hinterlassenschaft auf dem Steuerrad. Iro benannt nach seiner auffälligen "Frisur". Die kleinen Kerlchen waren ziemlich erschöpft und dementsprechend unempfindlich, was menschliche Nähe angeht.
Kurz vor dem Hafen Torekov noch kurze Manöverbesprechung. Wir waren so früh angekommen, dass uns noch Zeit für Mann-über-Bord-Übungen blieb. Zuerst wollten wir aber in den Hafen schauen, ob es überhaupt Platz für die Shelter gibt. Die Liegeplätze für größere Boote waren laut Hafenplan sehr knapp.
Und da passierte es: Harry wollte unsere deutsche Flagge am Heck aus einer Leine befreien, da rutschte sie samt Stock aus der Halterung und fiel ins Wasser. Mit einem lauten "Ooops" wurde die Crew darüber informiert :-)
Na gut - üben wir die Rettungsmanöver doch zuerst. Schwierig nur, wenn die zu rettende "Person" ganz flach auf der Oberfläche schwimmt und somit schon bei leichtem Wellengang nicht mehr zu sehen ist. Erst unter Segel, dann unter Motor suchten wir weitläufig das Wasser ab. Als wir schon aufgeben wollten, tauchte sie plötzlich auf. Ira fing sie mit dem Bootshaken ein und Kenneth barg sie von der heruntergeklappten Badeplattform aus. Was für eine Freude an Bord. Die Rettung unserer Nationalen wurde gebührend gefeiert. Endlich ging es in den Hafen. Gut und günstig angelegt, Badeplattform runter, Kleidung aus, Bier raus und den Tag gefeiert.
Anschließend gestaltete sich der restliche Tag aus Fotospaziergängen, Kochen, Essen und den Tag gemütlich bei einer Flasche Wein ausklingen lassen. Perfekt! Früh raus bedeutet oft auch früh müde. Schnell kehrte Ruhe auf dem Boot ein. Am Sonntag geht es endgültig nach Getterön.
naaaa, endlich in getterön angekommen?? nach drei versucht sind wir .... da??? oder eben nicht da ;)) gibts so Häfen die es nicht wollen - oder Du sollst nicht so schnell "fahren" und an den vorbei rasen ;)
AntwortenLöschenWas für ein toller Eintrag!
AntwortenLöschenWozu braucht man ein Boots-Tier, wenn man sich einfach einen Schweinswal zähmen kann? :)
Aber so'n Schweinswal ist nicht besonders kuschlig.
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